
Rotzschweine
Überblick
Rotzschweine sind verwilderte, verstrahlte und chemisch entstellte Wildschweine, die sich in Agrarruinen, Giftgräben, Müllfeldern und verseuchten Waldrändern ausgebreitet haben. Sie sehen krank aus, klingen krank und riechen krank - aber genau das macht sie so gefährlich. Rotzschweine sterben nicht elegant. Sie gehen einfach weiter.
Wo sie auftauchen, bleibt der Boden selten, wie er war. Sie graben, pflügen, brechen auf und holen Dinge an die Oberfläche, die besser unten geblieben wären.
Erscheinung & Stil
Rotzschweine sind niedrig, breit und schwer, mit vernarbter Haut, verdickten Schulterpartien und schmutzverkrusteten Borsteninseln. Viele Tiere tragen kalkige Wucherungen, Hornplatten oder schlecht verheilte Knochenverdickungen an Kopf, Rücken und Flanken. Der Rüssel ist fast immer verschmiert: mit Schlamm, Schaum, Blut, eitrigem Schleim oder allem zusammen.
Ihr Atem klingt pfeifend, rasselnd oder nass. Manche wirken, als seien sie nur noch eine aggressive Krankheit mit Hauern.
Ziele & Verhalten
Rotzschweine suchen:
- feuchten, lockeren oder giftigen Boden
- Wurzeln, Maden, Kadaverreste und vergrabenen Abfall
- Wasserstellen und Müllmulden
- verlassene Felder, Düngergruben und Lagerränder
- Orte, an denen andere Lebewesen etwas zurückgelassen haben
Sie greifen nicht aus Raffinesse an, sondern aus Revierdruck, Futtergier, Schmerz oder Masse. Wenn eine Rotte einmal in Bewegung ist, wirkt sie weniger wie Jagd als wie ein kurzer Naturunfall mit Zähnen.
Besonderheiten
Giftgräber
Rotzschweine wühlen bevorzugt in Böden, die für andere Tiere zu krank, zu scharf oder zu stinkend sind:
- alte Agrarflächen
- Chemiegräben
- Schutthaufen
- Düngerreste
- Begrabnisfelder
Dabei holen sie Knochen, Metallreste, Giftlachen, Saatgut, Abfall und manchmal sogar alte Verstecke oder Caches wieder an die Oberfläche. Nach einer Rotzschweinrotte ist ein Gelände nicht nur umgewühlt, sondern oft gefährlicher als vorher.
Rotzspur
Der Schleim an Rüssel, Maul und Nüstern ist nicht nur widerlich, sondern oft problematisch:
- hautreizend
- infektös
- stinkend genug, um andere Tiere anzuziehen oder zu vertreiben
- in manchen Gebieten mit Pilz- oder Chemieresten versetzt
An Futterstellen, Zäunen, Trümmerkanten und Wasserstellen hinterlassen Rotzschweine gut erkennbare, aber unangenehme Spuren.
Panzerhaut
Viele alte Tiere bilden an Schulter, Nacken und Stirn verhärtete Hautplatten, Narbenwülste oder knocherne Verdickungen aus. Diese Panzerhaut macht sie nicht unverwundbar, aber zäher gegen:
- schwächere Klingen
- kleine Kaliber
- Dornen, Draht und Schuttrisse
- den eigenen Weg durch kaputtes Gelände
Gerade deshalb sind alte Keiler gefürchtet. Sie sehen aus, als hätte der Boden selbst beschlossen, zurückzubeissen.
Fleisch mit Würfelwurf
Rotzschweine werden gegessen - aber nie ohne Misstrauen.
- Hillbillys: essen fast alles davon, wenn es lange genug gebrannt, geräuchert oder in Moonshine eingelegt wurde.
- Retros: verwerten Tiere aus lesbaren Gebieten vorsichtig und mit harter Auswahl.
- Maker und Postenköche: nur als Billigfleisch, Trockenware oder zweifelhafte Wurst.
- Zeros: offen praktisch nie.
Als Faustregel gilt: Junge Tiere aus halbwegs sauberem Boden sind eher essbar. Alte Keiler aus Giftzonen eher nicht. Leber, Blut und Fett gelten fast überall als verdächtig.
Fähigkeiten & Stärken
- hohe Aggression auf kurzer Distanz
- extreme Zähigkeit und Schmerzresistenz
- Wühlkraft in giftigem, hartem oder vermülltem Boden
- Freilegen verborgener Dinge durch rohe Grabaktivität
- alte Tiere mit verhärteter Panzerhaut und schwerem Frontalangriff
Schwächen
- schlechte Ausdauer auf langen offenen Strecken
- in trockenem, hartem Gelände weniger beweglich
- Feuer, Lärm und koordinierte Gegenwehr stoppen oder lenken Rotten
- Jungtiere und vereinzelte Tiere sind deutlich leichter zu vertreiben als alte Keiler
Rolle in der Doomsday-Welt
Rotzschweine sind Bedrohung, Abfallverwerter und Notressource zugleich. Sie verwüsten Randgebiete, zerstören Behelfsgärten, reissen Zäune auf und machen aus halbwegs sicheren Böden wieder offene Wunden. Gleichzeitig liefern sie Fleisch, Knochen, Borsten, Leder und Gerüchte.
Viele sagen: Wenn Kakerlaken zeigen, wo noch etwas lebt, dann zeigen Rotzschweine, was die Welt wieder auskotzt.
Relevante Orte
- Dornacker: wichtigstes Kerngebiet; vergiftete Feldränder, Gräben und alte Agrarflächen locken ganze Rotten an.
→ Dornacker - Grünbrand-Senke-Ränder: dort, wo genug Futter, Kadaver oder Pflanzenreste liegen.
→ Grünbrand-Senke - verwilderte Agrar- und Müllflächen: besonders an Siedlungsrändern und aufgegebenen Lagern.
→ Zonen - Randbereiche von Handelsposten: wenn Müll, Schlachtreste oder Futter schlecht gesichert sind.
→ Handelsposten
Beziehungen zu Fraktionen
Hillbillys
Hillbillys jagen Rotzschweine, essen sie, hängen Kieferknochen auf und machen aus Hauern Trophäen oder Werkzeuge. Manche Clans behaupten, man erkenne gutes Fleisch daran, dass es beim Braten nur schwarz wird und nicht grün.
Retros
Retros sehen in Rotzschweinen eine verdorbene Folge alter Agrarsysteme, aber auch eine harte Ressource. Wenn ein Tier aus halbwegs lesbarem Boden stammt, wird es verwertet. Nichts daran ist romantisch.
Maker
Maker fürchten Rotzschweine an Behelfsgärten, Lagerrändern und Werkhofgruben. Eine einzige Rotte kann in einer Nacht mehr zerstören als ein schlechter Sturm.
Geocacher
Geocacher hassen Rotzschweine, weil sie Boden aufreissen, Markierungen umpflügen und vergrabene Caches freilegen oder ruinieren. Manche Sucher folgen ihren Wühlspuren trotzdem - aus genau diesem Grund.
Zeros
Für Zero-nahe Logistik sind Rotzschweine vor allem Dreck, Risiko und Zeichen mangelnder Kontrolle. Verarbeitete Produkte finden vielleicht ihren Weg in niedere Märkte. Die Tiere selbst nicht.
Stimmen aus der Wasteland
"Wenn der Boden plötzlich atmet, ist es kein Wunder. Es ist ein Schwein."