Redaktionsworkflow

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Redaktionsworkflow

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Dieses Dokument beschreibt, wie aus einer kanonischen Geschichte ein sendefähiges Radioformat wird.

Grundregel

  • content/story/Kanon/ beantwortet: Was ist in der Welt passiert?
  • content/story/Radio/ beantwortet: Wie spielen wir diesen Stoff on air aus?

Kanon und Ausspielung werden bewusst getrennt gehalten. Änderungen am Weltgeschehen gehören in den Kanon. Änderungen an Form, Dramaturgie, Moderation oder Skript gehören ins Radio.

Workflow

1. Geschichte im Kanon festziehen

Am Anfang steht eine konkrete Geschichte unter ../Kanon/Geschichten/index.md.

Dort wird festgehalten:

  • was passiert ist
  • wer beteiligt war
  • welche Wendepunkte kanonisch sind
  • welcher politische, rechtliche oder mythische Nachhall bleibt

Wenn die Geschichte auf einem allgemeineren Muster beruht, wird dieses unter ../Kanon/Konflikte/index.md beschrieben.

2. Gleichnamigen Radio-Ordner anlegen

Jede Geschichte, die ausgespielt werden soll, bekommt unter Radio/ einen eigenen Ordner mit demselben Namen wie die Geschichte.

Beispiel:

Der Radio-Ordner ist die redaktionelle Bearbeitung der Geschichte, nicht ihr kanonischer Ursprung.

3. Formatkurve im Staffelplan festlegen

In staffelplan.md wird entschieden, in welcher Form die Geschichte erzählt wird.

Typische Fragen:

  • Startet der Stoff als News, Dispatch oder Beobachtung?
  • Wann kommen O-Töne und Interviews dazu?
  • Wann beginnt die Rekonstruktion?
  • Ab welchem Punkt kippt der Stoff ins Hörspiel?
  • Wie kehrt der Nachhall wieder in den Funkraum zurück?

Der Staffelplan hält die Gesamtbewegung fest, nicht den genauen Wortlaut.

4. Folgenblätter bauen

Unter folgen/ bekommt jede Folge ein eigenes Blatt.

Jedes Folgenblatt sollte mindestens enthalten:

  • Arbeitstitel
  • Format
  • Moderator oder Sprecherperspektive
  • zentrale Beats
  • neue Enthüllungen
  • bewusst offene Fragen
  • Übergang zur nächsten Folge

Hier wird die Dramaturgie pro Episode gebaut.

5. Skripte erst nach der Dramaturgie schreiben

Erst wenn Staffelplan und Folgenlogik stehen, entstehen unter skripte/ die konkreten Sprecherfassungen.

Mögliche Fassungen:

  • News- oder Dispatch-Text
  • Interviewfassung
  • Hybridfassung mit Moderation und Szene
  • Hörspielfassung

So wird verhindert, dass schöne Texte geschrieben werden, bevor die Form sauber entschieden ist.

Arbeitsprinzipien

  • Erst Kanon, dann Redaktion
  • Geschichte und Radio-Ausspielung tragen denselben Namen
  • Konflikte bleiben abstrakt, Geschichten bleiben konkret
  • Radio-Dateien verändern keinen Kanon rückwirkend
  • Wenn eine neue kanonische Information auftaucht, wird zuerst die Geschichte im Kanon aktualisiert und danach die Radio-Ausspielung nachgezogen

Kurzform

  1. Geschichte unter Kanon/Geschichten schreiben oder schärfen.
  2. Falls nötig Konfliktmuster unter Kanon/Konflikte ergänzen.
  3. Gleichnamigen Ordner unter Radio/ anlegen.
  4. In staffelplan.md die Formatkurve definieren.
  5. Unter folgen/ die Episodenlogik bauen.
  6. Unter skripte/ die sendefähigen Fassungen schreiben.