2066.6: Als die Hillbillys zu faulen begannen
Die Hillbillys wurden nicht plötzlich zu Zombies. Sie begannen über Jahrzehnte langsam zu verfallen - und erst lange nach dem Doomsday wurde aus verwahrlostem Waldwahnsinn ein erkennbares, wenn auch ungleich verteiltes Phänomen.
Kurzprofil
- Typ: Fraktionsthema / Entwicklung
- Zeitraum: vor 2026 / Juni 2066 / 2222 / 2223 / 2224 / 2225 / 2226 / spätere Entwicklung
- Status: kanonisch
- Wichtigkeit: hoch
- Betroffene Gruppen: Hillbillys, Roamer, Geocacher, Hardliner, Steampunks, Der Orden
- Betroffene Orte: Waldgebiete, Verseuchte Zonen, Sumpf-Festung, Schimmelratten
- Relevanz für Doomsday Radio: Nachrichtenstoff, Warnlage und makabrer Lagerfeuer-Kanon
Überblick
Der heutige Zustand der Hillbillys ist kein einzelner Fluch, kein sauber beschreibbarer Erreger und auch kein klassischer Zombie-Ausbruch. Er ist das Ergebnis eines langen Gemischs aus Selbstvergiftung, Inzucht, feuchten Waldzonen, fragwürdigen Ritualen und der ständigen Nähe zu Schimmel, Pilzen und verseuchten Tieren. Das Ergebnis ist eine Fraktion, die im Jahr 2222 immer noch gefährlich lebendig ist, aber bei einem wachsenden Teil ihrer Mitglieder bereits wie etwas wirkt, das nur noch mit Mühe Mensch genannt werden kann.
Die Außenwelt spricht gern von "Zombies", aber das greift zu kurz. Manche Hillbillys sind kaum stärker betroffen als in ihren üblichen Zuständen aus Moonshine, Schlafmangel und Gewalt. Andere wirken dagegen, als würden sie nur noch aus Gewohnheit atmen.
Zeitstufen
Vor 2026
Schon lange vor dem Doomsday lebten die späteren Hillbilly-Clans als abgelegene Waldfamilien mit eigenen Codes, giftiger Ernährung und kaum vorhandener medizinischer Versorgung. Inzucht, Pestizide, fragwürdige Pilze, gebrannte Chemie-Reste, Rattengift, Schlangengift und alles, was sich irgendwie trinken, rauchen oder einlegen ließ, formten einen Körperzustand, den Außenstehende schon damals als kaputt beschrieben hätten.
Parallel dazu entstand eine Ritualkultur aus Knochenlesen, Vollmondnächten, Rauchmischungen und selbsterfundenem Hexenwerk. Diese Rituale machten die Hillbillys nicht zu Untoten - aber sie schufen früh eine Sprache, in der körperlicher Verfall, Waldzeichen und spirituelle Deutung bereits zusammengehörten.
Juni 2066 - Doomsday
Der Doomsday ist nicht der Ursprung des Verfalls, aber sein Kipppunkt. Als im Juni 2066 die Weltordnung zerbrach, kippte für die Hillbillys auch die letzte äußere Begrenzung weg: keine Kontrolle, keine Versorgung, keine sauberen Vorräte, keine medizinische Korrektur. In den feuchten Randzonen ihrer Wälder verdichteten sich Giftlast, Sporen, schlechter Rauch, verfaulte Nahrung und kontaminierte Tiere zu einem neuen Dauerzustand.
Die Hillbillys selbst erzählen diese Zeit anders. Für viele Clans war 2066.6 der Moment, in dem "Satan auf die Erde zurückkehrte" und die Hölle losbrach. Diese Deutung ist kanonisch als Hillbilly-Mythos, nicht als objektiv bestätigtes metaphysisches Ereignis. Faktisch entscheidend war, dass genau in diesem Chaos ihre Rituale radikaler, ihre Umwelt giftiger und ihr körperlicher Verfall unumkehrbarer wurde.
2222 - Radiogegenwart
Im ersten Jahr ist das Phänomen real, aber noch kein flächendeckender Massenstatus. Die Hillbillys sind uneinheitlich betroffen, und das Thema wird stärker über Warnung und Abschreckung verbreitet als über saubere Erkenntnis.
- 2222-02-21 | Erste Waldwarnung bei der Sumpf-Festung: Ein verstümmelter Roamer-Trupp liefert die erste breit gesendete Warnlage über Hillbilly-Körper, die zu krank für normale Menschen und zu zäh für gewöhnliche Abschreckung wirken.
2223 - Radiogegenwart
Im zweiten Jahr häufen sich Berichte über Clans, die wie kranke Leichen wirken, aber weiter kämpfen, jagen und Spuren lesen. Das Thema rückt damit aus dem reinen Lagerfeuergrusel in die Routeplanung.
- 2223-05-02 | Rotband an der Waldkante: Händler und Geocacher markieren erste feste Umgehungsrouten, weil faulende Hillbilly-Gebiete nicht mehr als lokaler Spuk, sondern als planbarer Routenfaktor behandelt werden.
2224 - Radiogegenwart
Im dritten Jahr wächst die sichtbare Ausbreitung. Mehr betroffene Clans, mehr zerfallende Körper, mehr Fälle, die nicht mehr nur mit Moonshine, Schimmel und Wahnsinn erklärt werden können.
- 2224-07-11 | Schimmelratten-Korrelation: Nach mehreren Nestfunden gilt im Funkraum erstmals als plausibel, dass Schimmelratten und Innenfäule direkt mit der Hillbilly-Zersetzung gekoppelt sind.
2225 - Radiogegenwart
Im vierten Jahr breitet sich die Fäule offen in ein Machtvakuum hinein aus. Mit dem Wegfall der Zeros als sichtbare Hauptordnung rücken Waldgürtel, Randzonen und verseuchte Zugänge zugleich ins Zentrum der Wasteland-Aufmerksamkeit. Was zunächst nur als Waldhorror kursierte, wird nun als wachsende Hauptfront gelesen: ein Bündel aus Generationengift, Waldmilieu, Ritualradikalisierung und Sporenbelastung.
- 2225-06-21 | Die Fäule springt über den Waldgürtel: Mehrere Posten melden fast gleichzeitig befallene Randzonen und Zugänge, die vorher nur als Hillbilly-Territorium galten; seitdem gilt das Phänomen nicht mehr als lokaler Waldspuk.
- 2225-08-30 | Die Fäule bekommt einen Namen: Ein Senderblock bündelt Berichte, Funde und Rituale erstmals zu einem halb verstandenen Gesamtphänomen; seitdem wird das Thema im Wasteland weniger als Mythos und mehr als Lage gelesen.
2226 - Radiogegenwart
Im fünften Jahr werden die faulenden Hillbillys für viele Überlebende zur zähen Dauerbedrohung für Routen, Handelsposten, Suchtrupps und Randzonen. Die große Ausbreitung ist bereits geschehen; nun verfestigt sich die Fäule zur Dauerlage.
- 2226-10-18 | Dauerfront im Waldgürtel: Mehrere Handelsposten melden gleichzeitig Ausfälle an ihren Waldzugängen; ab diesem Herbst gilt die faulende Hillbilly-Front als überregionale Bedrohung.
Danach / spätere Entwicklung
Besonders relevant wird diese Gefahr genau in dem Moment, in dem die Zeros als offener Machtblock schon gefallen sind. Gerade dann rücken die faulenden Hillbillys stärker in den Vordergrund: nicht als ökonomische Macht, sondern als neue Hauptbedrohung.
Deutungen & Konfliktlinien
- Hillbillys: Lesen den Verfall über Hölle, Omen, Waldzeichen, Rituale und den Glauben, dass 2066.6 eine dämonische Schwelle war.
- Außenwelt: Spricht von "Zombies", ohne sauber zu wissen, ob es um Krankheit, Gift, Ritualwahn oder alles zusammen geht.
- Geocacher / Hardliner / Trader: Behandeln Hillbilly-Wälder zunehmend als biologisch-okkulte Risikozone, in der auch verletzte oder scheinbar tote Körper nicht als erledigt gelten sollten.
- Schimmelratten-Anschluss: Schimmelratten gelten als zentraler Vektor für Sporen, kranken Staub, Innenfäule und kontaminierte Nester. Ihr Zusammenhang mit den Hillbillys ist plausibel, aber im Jahr 2222 noch nicht vollständig verstanden.
Radiotaugliche Formen
- Nachrichtenwert: Warnmeldungen über Hillbilly-Territorien, verschwundene Händler oder "nicht sauber tote" Waldclans.
- Call-In / Gerücht: Geocacher-, Trader- und Hardliner-Berichte über Begegnungen mit faulenden Hillbillys.
- StackCast-Störung: Kontrast zwischen biologischem Verfall unten und kalter Systemordnung oben.
- Lagerfeuer-Kanon: Geschichten darüber, was 2066.6 im Wald wirklich begonnen hat.
Anschlussstellen
- Verwandte Gruppe: Hillbillys
- Verwandter Ort: Waldgebiete
- Verwandter Ort: Sumpf-Festung
- Verwandtes Tier / Vektor: Schimmelratten
- Verwandte Zone: Verseuchte Zonen
Offene Fragen
- Wie stark beschleunigt sich die Ausbreitung nach 2222 tatsächlich?
- Gibt es klar trennbare biologische Marker, oder bleibt das Phänomen ein Bündel aus mehreren Ursachen?
- Ab wann wird aus Hillbilly-Legende ein allgemein anerkanntes Wasteland-Wissen?