Die Leerrückkehrerin

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Die Leerrückkehrerin

Das Ereignis / die Figur:
Es gibt im belastbaren Gerüchtskern der Wasteland genau eine Person, die nach einer rituellen Aussetzung des Ordens in die Mahlwüste zurückgekehrt sein soll.
Ihr früherer Name war Mara Veit. Heute wird sie fast nie mehr so genannt. Im Funkraum, unter Pilgern, bei Geocachern und in der Gerüchteküche des Radios heißt sie nur noch die Leerrückkehrerin.

Der Orden selbst behandelt sie je nach Linie anders: manche sprechen von einer unvollständigen Übergabe, andere nur noch von Protokollkörper Leere-1.

Was an ihr auffällt:
Mara Veit kam nicht gesund, heroisch oder „beweistauglich“ zurück. Sie wirkte ausgedörrt, staubverkrustet und entpersonalisiert. Ihr Körper war da, aber ihre Person schien abgeschliffen:

  • sie sprach oft ohne Ich-Form
  • sie nannte Menschen eher nach Funktionen als nach Namen
  • sie reagierte auf Funkrauschen schneller als auf Stimmen
  • sie erzählte nicht linear, sondern in kurzen, protokollartigen Fragmenten

Am beunruhigendsten ist jedoch ihr Verhältnis zum Funk. In ihrer Nähe entstehen regelmäßig Störungen:

  • tragbare Radios rauschen oder kippen in kurze Trägerwellen
  • Aufnahmen bekommen Dropouts, Doppelungen oder verschliffene Silben
  • Stimmen im Äther wirken in ihrer Gegenwart manchmal zu nah, zu fern oder falsch eingerastet

Niemand weiß sicher, ob dieser Effekt stark genug ist, um technisch messbar zu sein, oder ob die Welt um sie herum nur gelernt hat, jedes Rauschen auf sie zu beziehen. Dass viele Funker sie trotzdem meiden, sagt genug.

Wer weiß davon:
Nicht jeder hat sie gesehen, aber fast jede Fraktion kennt die Geschichte. Gerade weil es nur einen solchen Fall gibt, ist ihr Name-Gerücht härter geworden als viele bestätigte Tatsachen.

Perspektiven:
- Der Orden: Kein Gegenbeweis gegen die Mahlwüste, sondern ein Störfall. Mara Veit sei nicht „gerettet“ worden, sondern falsch oder unvollständig zurückgespült.
- Doomsday Dispatcher: Sehen in ihr den seltenen Punkt, an dem Mahlwüste, Funk und Mythos ineinandergreifen. Gleichzeitig ist sie on air fast unbrauchbar, weil sie Signale verschmutzt.
- Geocacher: Halten sie für den einzigen lebenden Hinweis darauf, dass aus der Leere doch etwas zurückkommen kann.
- Maker: Suchen materielle Erklärungen: Staubpartikel, statische Aufladung, leitfähiger Abrieb, Nervenschaden, Dehydrierung, Trauma.
- Andere Überlebende: Schwanken zwischen Wunder, Schwindel, Horrorfigur und schlechtem Omen.

Mögliche Erklärung:
Die stärkste weltinterne Deutung lautet nicht, dass die Mahlwüste Mara Veit „magisch verändert“ habe, sondern dass sie ihre Personstruktur abgeschliffen hat. Vor dem Gang entzog ihr der Orden bereits den Namen. In der Leere folgten Staub, Dehydrierung, Orientierungslosigkeit, Funkstille und psychische Entgrenzung. Was zurückkam, war deshalb nicht „eine neue Person“, sondern ein Körper, dessen Selbstgefühl, Sprache und soziale Lesbarkeit nur unvollständig in die Welt zurückgeschrieben wurden.

Kanonische Folgen:
- Die Mahlwüste wirkt seitdem noch unheimlicher, nicht harmloser.
- Der Orden muss erklären, warum eine bereits übergebene Person zurückkam.
- Funkstörungen in der Nähe einzelner Personen werden seither schneller mythologisch aufgeladen.
- Doomsday Radio gewann einen weiteren Stoff, der zu groß für eine saubere Nachricht und zu konkret für reinen Aberglauben ist.

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